Erntezeit

Was gewachsen ist in all der Zeit
es zu ernten, nun bin ich bereit.
Die Sonne erst warm, dann heiß
der Regen, erst Wasser dann Eis.
Viel gepflügt, mal gedüngt und gegossen
aus kleinen Samen keimen langsam erste Sprossen.

Und in der Kälte die Sehnsucht nach Sonnenschein
Ihr wart so lange so klein.

Erst nur zaghaft wie ein leises Raunen
über das Wunder noch staunen
reckt sich manch wilde Schönheit ans Licht
neben Rosen mit Dornen und Vergissmeinnicht
doch braucht den Vergleich nicht scheuen
denn es gibt nichts zu bereuen.

So viele Schritte, kein Abdruck im Stein,
doch ich hab sie gemacht und ich bin nicht allein.

Nun bin ich gestärkt, den Blick geweitet
und die Arme ganz weit ausgebreitet
gehe ich meinem Leben entgegen
und fühle mich dabei fast verwegen.
Nun seh’ ich den Weg, geh erhobenen Hauptes
und die Stimme in mir, seltsam, sie erlaubt es.

Das Land liegt vor mir, hell und weit
Der Wind flüstert leis, es ist Erntezeit

 

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